Rundgang
Burg Blankenstein heute - klick für großes Bild

Blankenstein historisch

- ein Rundgang durch den historischen Ortskern -

Der Rundgang beinhaltet 14 Stationen.
Hier werden wichtige Gebäude und
Persönlichkeiten vorgestellt,
die diesen interessanten Ortskern maßgeblich prägten.

Burg Blankenstein

Evg. Kirche

Freiheit

Marktplatz 6

Kath. Kirche

Marktplatz 4

Alte Amtshäuser

Marktplatz

Stammhaus Gethmann

Gethmannsche Häuser

Vidumestr. 21

Vidumestr. 9

Seilwerke Puth

Brunnen

Karte / Flyer

 

 

 

 

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Burg Blankenstein
Nach Zerstörung der Isenburg sicherte Graf Adolf von der Mark seine Ansprüche schon 1227 mit dem Bau der Burg auf dem „blanken stene", später eine der vier Hauptburgen der Grafschaft Mark. 1321 verlieh Graf Engelbert II. auf Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte.Burg Blankenstein
 1662 war die Burg baulich und militärisch überholt. Der letzte Drost, Johann Georg von Syberg, erwirkte den Abbruch. Nur der Torturm, Teile der Burgmauern und Gebäudefundamente blieben bis heute erhalten.
1860 entstand eine Lüstrierfabrik zum Glätten von Garnen durch den Hammerschmied und Eisenwarenhändler Gustav vom Stein. 1864 begann die gastronomische Nutzung der Burg mit dem Bau des „Rittersaals". Weitere Gaststättengebäude wurden in burgähnlichem Stil errichtet. 1922 Verkauf an die Stadt Bochum. 1958 geschah der Abbruch der leerstehenden Gebäude.
In der ehemaligen Lüstrierfabrik wurde ein neues Restaurant eröffnet. Seit 1970 ist der Torturm nun wieder begehbar, mit einem phantastischen Blick ins schöne Ruhrtal.

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Evangelische Kirche
An der rechten, südlichen Seite des Burgwegs wurde im 13. Jahrhundert eine Kapelle für die Bewohner von Burg und Freiheit Blankenstein errichtet. Auf Anordnung des Landesherrn fanden ab 1643 nur noch Gottesdienste nach lutherischem Ritus statt.
alter Grundriss der ev. Kirche mit FriedhofDie heutige Kirche wurde 1767 unter Verwendung des alten Baumaterials als Ersatzbau für die alte „Schlosskapelle" errichtet. Sie wurde in die Achse des alten Burgweges gebaut. So konnte auch der alte, beengte Friedhof um die Fläche der „Schlosskapelle" erweitert werden.
Der Innenraum der Kirche ist von dem barocken Kanzelaltar des frühen 18. Jahrhunderts geprägt. 1849 erfolgte der Bau der Empore und des Treppenaufgangs im Turm. Die Kirchenfenster sind nach Kriegszerstörung in den Jahren 1947/48 erneuert worden. Der alte Taufstein mit der Jahreszahl 1689 gelangte als Geschenk in die Kirche. 
Anlässlich der Renovierung 1973/1974 erhielten der Kanzelaltar, der Orgelprospekt und die Sakristei wieder ihre ursprüngliche Farbgestaltung.


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Freiheit
In der Vorburg von Burg Blankenstein wurden Handwerker und Dienstmannen ansässig. Die Siedlung war von Beginn an mit besonderen Freiheitsrechten ausgestattet, 1355 schriftlich bestätigt durch Graf Engelbert von der Mark.
ehem. Steigerturm in der FreiheitDie „Freyheit Blankenstein" lag geschützt hinter einem Wallgraben und einer Mauer mit Stadttor und Zugbrücke. Ein Teil dieser Mauer ist noch heute als Rückwand des Hauses Freiheit 1 erhalten.
Pfingstmontag 1665 zerstörte ein Feuer fast das ganze Städtchen.
Im Haus Freiheit 2 befand sich seit 1788 die Weberei Möller & Blumberg mit zwei Webstühlen und drei Arbeitern, ab 1824 die Tuchfabrik J. Schulte. Von 1887 bis 1958 gab es hier ein Lebensmittelgeschäft.
Auf dem Nachbargrundstück Freiheit 4, heute Ersatzbau, war 1788 die Messerfabrik Niefind & Consorten ansässig, mit 9 Arbeitern damals ein Großbetrieb.
Von 1884-1955 stand in der Grünanlage ein Feuerwehr-Spritzenhaus mit Steigerturm.

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Marktplatz 6
Das kleine Nebengebäude des großen Fachwerkhauses Marktplatz 5, genannt „Michels Guth", nach dem großen Brand 1665 im Jahre 1666 erbaut, ehem. alte Schmiedeist als Schmiede eines Ackerbürgerhauses ursprünglich für den eigenen Herstellungs- und Reparaturbedarf errichtet worden.
Es ist jedoch auch ein Beispiel für die Integration des Handwerks in die Entwicklung des frühindustriellen Blan-kensteins.
Im 19. Jahrhundert fertigte hier der Schmied Wilhelm Grote (1822-1879) zu seinem Broterwerb Zulieferungen für die Drahtseilherstellung in den Blankensteiner Seilwerken Puth, insbesondere Nägel zur Fixierung der Drahtseile. Als Grote verstarb, wurde der Schmiedebetrieb aufgegeben und das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut.

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Katholische Kirche
Ursprünglich diente die Schlosskapelle des 13. Jahrhunderts den Christen als Gotteshaus. Ihr Hauptaltar war dem hl. Johannes Baptist geweiht. kath. Kirche1643 wurde die Kirche auf Anordnung des Landesherrn reformiert. Der katholische Gottesdienst fand nun in dem kleinen Rathaus statt, das wohl schon im 16. Jahrhundert an dieser Stelle stand.
Nach langem Streit über die Reparaturkosten konnte die katholische Gemeinde das Rathaus erwerben und 1794 mit dem Bau einer neuen Kirche beginnen, nicht ohne vorher auf eigene Kosten ein kleines neues Rathaus am Marktplatz errichtet zu haben. Erst 1801 wurde die Kirche durch den Abt Beda von Werden geweiht.
Sehenswert ist der Innenraum mit dem barocken Altar sowie der spätgotischen Pieta aus der Zeit um 1450. An der Südwand befindet sich der fast lebensgroße Corpus Christi aus der Dürer-Zeit. Die schlichte Saalkirche wurde 1927/29 von Prof. Georg Metzendorf nach Osten erweitert.




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Marktplatz 4
An der Stelle dieses Hauses befand sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein recht großes Fachwerkhaus, „Katers Guth" genannt, in dem um 1835 eine kleine Schänke nachzuweisen ist. altes PostamtDas heutige Haus wurde 1865 fertig gestellt, eine geräumige Schänke und ein großer Saal in der oberen Etage luden zum Trinken und Feiern ein.
Nach einem Besitzerwechsel zog 1895 die Apotheke in die Erdgeschossräume. 1917 erwarb die Reichspost- und Telegrafenverwaltung das Haus und baute es für ihre Zwecke um. Sie verlegte den Eingang von der Hausmitte an die linke Hausecke und gewann so einen großen Schalterraum. Am 30. September 1998 wurde das Postamt geschlossen.
Im Jahre 2004 wurde das Haus als Bürgertreff renoviert und der ursprüngliche Zustand mit zentral gelegenem Eingang  und Treppe wieder hergestellt.

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Alte Amtshäuser
An Stelle von vier Fachwerkhäusern entstanden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Amtshäuser des ehemaligen Amtes Blankenstein.alte Amtshäuser Zur Bürgermeisterei Blankenstein gehörten auch sieben Landgemeinden: Buchholz, Durchholz, Heven, Ostherbede, Westherbede, Stiepel und Vormholz. Der linke Teil des Hauses mit dem hohen Giebel wurde 1904 errichtet.
An der Stelle des linken Teils des Doppelhauses Marktplatz 2 und 3 stand im 18. Jh. das Fachwerkhaus des Lehrers Friedrich Wünnenberg, der von 1787 bis 1817 in einer dunklen Stube die katholische Jugend unterrichtete. 1845/46 wurde es durch einen Neubau ersetzt und diente bis 1887 als Apotheke. Der rechte Teil des Hauses wurde 1861 als Gasthaus eingerichtet. Schon 1909 lockten „kinomatographische" Vorstellungen die Besucher in den großen Saal.
 
Bis 1994 dienten die Häuser der Bauverwaltung. Dann entstand hinter den altehrwürdigen Fassaden ein modernes Stadtmuseum, das am 20. Mai 2001 eröffnet wurde.

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Marktplatz
Der Marktplatz entwickelte sich zum Mittelpunkt der erweiterten Freiheit Blankenstein. Unter der breiten Linde fand jährlich am „Gudenstag", dem Mittwoch der Marktplatzvor Pfingsten, eine Versammlung aller Bürger zur Wahl von zwei Bürgermeistern, einem Richter und den Ratsherren statt.
Oberhalb der Linde befand sich bereits im 16. Jahrhundert ein kleines Rathaus, welches 1794 dem Bau der kath. Kirche weichen musste.
1594 verlieh Herzog Wilhelm das Recht, drei Jahrmärkte abzuhalten. Sie fanden im Februar, Juni und November statt, jeweils vor den Festtagen der Patrone der drei Altäre der Schlosskapelle. Aus dem Juni-Markt entwickelte sich die Blankensteiner Pfingst-kirmes.
Seit 1914 brachte die erste Straßenbahn viele Besucher in das Ausflugstädtchen. 1969 wurde sie stillgelegt.
Mit dem Umbau der Amtshäuser zum Stadtmuseum erhielt der Marktplatz 2001 seine heutige Gestaltung.

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Stammhaus Gethmann
Das Haus diente der prominenten Blankensteiner Familie Gethmann seit Mitte des 17. Jahrhunderts als Wohnhaus.Stammhaus Gethmann Wilhelm Gethmann wird bereits 1685 als Bürgermeister erwähnt. Im Anbau des Hauses betrieb die Familie eine Tuchfabrik und beschäftigte 1788 bereits 27 Arbeiter. Das bekannteste Mitglied der Familie war Carl Friedrich Gethmann (1777-1865), Tuchfabrikant und erfolgreicher Kaufmann. An der Alten Ruhr ließ er Aaken - Frachtkähne - bauen, mit denen er Kohle über Ruhrort bis nach Holland transportierte.
1833 weilte in diesem Haus der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV., um den vielgerühmten Landschaftspark „Gethmannscher Garten" zu sehen.
Ab 1879 wurde das Haus als „Hotel Petring" verpachtet und der einzige Zugang zum Park hierher verlegt. 1930 erfolgte die Umbenennung des Hotels in „Gasthaus Zum Irrgarten". Die lange gastronomische Tradition endete 2003.

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Gethmannsche Häuser
Mitte des 16. Jahrhunderts bekleidete Johann von der Recke das Amt des Drosten auf Burg Blankenstein. Gethmannsche Häuser mit InschriftSein Vetter Henrich von der Recke war Dompropst zu Köln. Er trat zum lutherischen Glauben über und wurde daher aus Köln ausgewiesen. In Blankenstein erwarb er ein großes Grundstück am westlichen Ausgang der Stadt, auf dem er 1561 die sogenannte „Propstei" errichten ließ. Von seinem Altersruhesitz förderte er die Verbreitung der Reformation.
1821 erwarb Carl Friedrich Gethmann dieses Grundstück und ließ für seinen Sohn Wilhelm auf den historischen Fundamenten ein zweigeschossiges Wohnhaus nach bergischer Art im klassizistischen Stil errichten, gegenüber ein korrespondierendes eingeschossiges Wirtschaftsgebäude. In diesem Sockel ist die Inschrift „C.F. Gethmann 1821" noch lesbar.
Der terrassenförmig ansteigende private Hausgarten wird von einem Pavillon gekrönt. Bis 1879 diente der Hausgarten auch als Zugang zu dem Gethmannschen Landschaftsgarten. Heute liegt der Zugang am Stadtmuseum.

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Vidumestraße 21
Dieses Haus war im 18. Jahrhundert im Besitz der bedeutenden Familie Müser. Der Lehrer Johann Wilhelm Müser ein Kohlenwagen auf dem Gahlenscher Kohlenwegunterrichtete die evangelische Jugend und wurde später Berggeschworener und Teilhaber an verschiedenen Kohlezechen. Um für die märkischen Bodenschätze neue Absatzmärkte zu erschließen, verpflichtete sich Müser 1766 vertraglich zum Bau einer Straße von der Ruhr durch den moorigen Emscherbruch bis zur Lippe. Diese Straße wurde nach der Kohlenniederlage in Gahlen an der Lippe „Gahlenscher Kohlenweg" genannt.
 
Von 1820 bis 1833 lebte in diesem Haus Mathilde Franziska Anneke geb. Giesler. Als Schriftstellerin, Journalistin und Pädagogin war sie Vorkämpferin für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der Frau in Deutschland und den USA. Sie starb 1884 in Milwaukee/USA.
1840 ging das Haus an den Tuchfabrikanten Friedrich Wilhelm Altland und befindet sich bis heute im Besitz der Familie.

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Vidumestraße 9
Das Haus wurde 1860 von der evangelischen Schulgemeinde als Schulhaus mit einem Unterrichtsraum ehemalige Schuleund einer Lehrerwohnung errichtet. 1873 war die Schülerzahl auf über 230 angewachsen, unterrichtet von nur einem Lehrer.
1880 teilte man den großen Schulraum in zwei Klassenzimmer und stellte eine zweite Lehrkraft ein. 1898 konnte die Schule das neue Gebäude Vidumestraße 31 beziehen. Das Haus wurde an die evangelische Kirchengemeinde verkauft. Der frühere Unterrichtsraum wurde zum Gemeindesaal. 1899 übernahm eine Diakonisse aus Bethel die häusliche Krankenpflege und bezog die ehemalige Lehrerwohnung.
1901 richtete das evangelische Diakonissenhaus zu Witten einen Kindergarten ein. 1964 wurde er in den Neubau in der Laubergasse verlegt und das Haus weiterhin als Gemeindesaal und ab 1977 auch als Gemeindebüro genutzt. Seit dem Verkauf 1998 ist es ein Wohnhaus.

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Seilwerke Puth
Diese Bruchsteinwand ist das letzte steinerne Zeugnis der traditionsreichen 1848 von Heinrich Puth gegründeten Seilwerke.ehem. Seilwerke Puth Wo heute Kunden ein- und ausgehen, verließen einst tonnenschwere Förderseile ihre Fabrikationsstätte.
Im Jahre 1843 kam Puth nach Blankenstein und machte sich als Seiler selbständig. Die Förderseile waren bei den umliegenden Zechen sehr gefragt. 1852 lieferte er das erste handwerklich hergestellte Drahtseil.
In den 1870er Jahren ließ Puth ein Fabrikationsgebäude für aus England importierte dampfbetriebene Verseilmaschinen errichten. In der Spinnerei wurden Hanfgarne und das begehrte Sisal-Bindegarn für die Landwirtschaft hergestellt. Zwischen 1955 und 1975 beschäftigte das Unternehmen ca. 500 Mitarbeiter.
Bedingt durch den Niedergang des Steinkohlenbergbaus wurde das Unternehmen 1981 geschlossen.
Die HWG übernahm das weitläufige Firmengelände und errichtete hier ab 2002 ein neues Wohnviertel.

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Brunnen an der Sprockhöveler Straße
Dieser Brunnen diente der Wasserversorgung des schon vor Jahren abgebrochenen Hauses Sprockhöveler Straße 1.  Zwischen Haus und Brunnen verlief ein schmaler Weg, der von Blankenstein nach Herbede und Sprockhövel führte.
Brunnen1913/14 wurde der Weg verbreitert und zur Straße ausgebaut. Dazu musste der Hang abgetragen und mit einer Mauer gestützt werden. Der Eigentümer des Hauses, Schlossermeister Grote, bestand damals darauf, den Brunnen in der Puth'schen Mauer zu erhalten.
Nach Anschluss des Hauses an die öffentliche Wasserversorgung wurde der Brunnen nicht mehr gebraucht und der Zugang mit Brettern verschlossen.
In den 1930er Jahren war Blankenstein ein bekannter und beliebter Ausflugsort. Amtsbürgermeister Bock ließ den unansehnlichen Bretterverschlag entfernen und beauftragte den Blankensteiner Schlossermeister Fritz Wilke mit der Anfertigung eines „geschmackvollen" Gitters.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch die letzte Funktion als Löschbrunnen überflüssig geworden. Das Gitter wurde immer weiter zerstört, um Müll und Unrat in den Brunnen zu werfen. Wegen dieser Unsitte wurde der Zugang erneut mit einem Bretterverschlag verschlossen.
Im Rahmen der Neubebauung der ehemaligen Seilwerke Puth im Jahre 2003 musste die Bruchsteinmauer zugunsten des heutigen Gehweges abgebrochen werden. Der HWG (Hattinger Wohnstätten e.G.) ist es zu verdanken, dass dieses Zeugnis der Blankensteiner Wasserversorgung erhalten geblieben ist.

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Karte zum Rundgang
Karte zum Rundgang Blankenstein historisch
Karte

zum Download: Karte zum Rundgang Blankenstein.pdf   ca.60kB

Flyer

zum Download:  Flyer zum Rundgang Blankenstein.pdf ca.620kB

Hattingen historisch

Zum Rundgang durch das historische Hattingen
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